Literarische Essay

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Das gibt’s nur in Wuppertal: Ein Berg, der liest! Heute! Camus und ich machen auch mit

Publiziert am1. Oktober 2017vonAnne-Kathrin Reif

„Ich kam um sechs Uhr abends in Prag an. Ungesäumt brachte ich meinen Koffer in die Gepäckaufbewahrung. Ich hatte noch zwei Stunden vor mir, um ein Hotel zu finden. Und ein eigenartiges Gefühl von Freiheit beschwingte mich, weil meine Koffer … Weiterlesen →

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Ein Schauplatz aus Stille, Wasser und Steinen (mit Camus in Pisa)

Publiziert am11. Juli 2016vonAnne-Kathrin Reif

„Mein geduldiges Verlangen: zu lieben und zu verstehen ist unerschöpflich an diesem ersten Abend, an dem ich müde und hungrig in Pisa ankomme und auf der Bahnhofstraße von einem Dutzend donnernder Lautsprecher empfangen werde, die eine fast nur aus jungen … Weiterlesen →

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Was uns Italien lehrt (unterwegs mit Camus)

Publiziert am2. Juli 2016vonAnne-Kathrin Reif

„… Kann ich heute daran zweifeln, dass dieser Augenblick der Trauer dennoch ein Augenblick des Glücks gewesen ist? Italien, das diese Lehre durch seine Menschen bekräftigt, bestätigt sie auch durch seine Landschaft. Aber nur zu leicht versäumt man das Glück, … Weiterlesen →

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Von geheimer Freude und der Pflicht zum Glück (Zitat zum Sonntag – Epilog)

Publiziert am25. Mai 2014vonAnne-Kathrin Reif

„Gegen Abend ging ich zurück in den Park, und zwar in seinen gepflegteren, garten-ähnlichen Teil neben der Autostraße. Die verwirrende Duft- und Farbenfülle war dahin; in der kühlen Abendluft beruhigte sich der Geist, und der entspannte Leib genoss jenes innere … Weiterlesen →

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Licht und Mimosen (Zitat zum Sonntag)

Publiziert am20. April 2014vonAnne-Kathrin Reif

„Ein Windhauch, und die Schatten auf dem Vorhang werden lebendig. Eine Wolke verdeckt die Sonne und zieht vorbei, und schon taucht das strahlende Gelb der Vase voll Mimosen wieder aus dem Dunkel auf. Es genügt, dass ein Licht zu leuchten … Weiterlesen →

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Zitat zum Sonntag – Camus‘ Lieblingswörter: Das Meer (2)

Publiziert am13. April 2014vonAnne-Kathrin Reif

„Ein heller Morgen erhob sich strahlend über dem klaren Meer. Vom Himmel, der morgendlich rein und frisch war, kam ein flimmerndes Licht, das jedem Haus, jedem Baum eine sichtbare Zeichnung gab, eine wundersame Neuheit. Am ersten Morgen der Welt muss … Weiterlesen →

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Vom Bündnis des Menschen mit der Erde (Zitat zum Sonntag 3)

Publiziert am16. Februar 2014vonAnne-Kathrin Reif

„Ich bewunderte und bewundere auch heute dieses Bündnis von Mensch und Erde, diese doppelte Wechselwirkung, in die mein Herz eingreifen und sein Glück diktieren darf bis zu jener genau bestimmten Grenze, wo die Erde es vollenden oder zerstören kann. Florenz! … Weiterlesen →

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Über den Autor und weitere Mitwirkende

Yoko Tawada wurde 1960 in Tokyo geboren. Im November 2016 wird ihr der renommierte Kleist-Preis verliehen. Von 1982 bis 2006 lebte sie in Hamburg, seit 2006 lebt sie in Berlin. Studium der Literaturwissenschaften in Tokyo und Hamburg, Promotion. Erste literarische Veröffentlichung 1985 im konkursbuch Verlag, 1986 eine Serie Gedichte in Japan-Lesebuch (konkursbuch 16-17). Erste Buchveröffentlichung in Deutschland 1987 (Nur da wo du bist da ist nichts), in Japan 1992 (Sanninkankai). Sie schreibt in deutscher und japanischer Sprache. Bis 2015 erschienen 21 Bücher in deutscher Sprache. Ihr erster Band mit literarischen Essays Talisman, ist in der 8. Auflage. 2016 erscheint außerdem neu: Ein Balkonplatz für flüchtige Abende. Auszeichnungen, Literaturpreise: Akutagawa-Sho (der angesehenste japanische Literaturpreis); Lessingförderpreis der Stadt Hamburg; Chamissopreis; Poetikdozentur Tübingen; Sei Ito Literaturpreis; Junichiro Tanizaki Literaturpreis; Goethe-Medaille; Tsubouchi-Shoyo-Taisho; Gastprofessur für Interkulturelle Poetik, Yomiuri Literaturpreis, Japan 2013, Erlanger Literaturpreis für Poesie als Übersetzung 2013, Distinguished DAAD Chair for contemporary poetics 2015 an der New York University, Kleist-Preis 2016 u.a. Seit 1987 über 900 Lesungen in Literaturhäusern, Theatern, Buchhandlungen, Goethe-Instituten, Museen, Kirchen, Tempeln, Schulen und Universitäten in vielen Ländern.

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"... Es gibt auch sanftere Konsonanten. Das heißt aber nicht, dass ich sie ohne meinen Akzent aussprechen könnte. Die Konsonanten "r" und "l" zum Beispiel bringe ich durcheinander. Sie sind für mich eineiige Zwillingsschwestern. Hier einige Übungen für einen besseren Umgang mit ihrer Verwechselbarkeit: "Durch das lustvolle Wandern in der Natur wandelt Herr Müller seine Gesinnung." "Der Rücken eines Ponys ist niedrig und deshalb niedlich. Wäre er doppelt so hoch, wäre er halb so niedlich." "Kein Bücherregal ist illegal, egal welche Bücher da stehen, genau so wie kein Mensch illegal ist, selbst wenn er mit einem Akzent spricht."
Der Akzent bringt unerwartet zwei Wörter zusammen, die normalerweise nicht ähnlich klingen. In meinem Akzent hören sich die "Zelle" und die "Seele" ähnlich an.
Es ist nicht meine Aufgabe, eine regionale Färbung, einen ausländischen Akzent, einen Soziolekt und einen Sprachfehler medizinischer Art voneinander zu unterscheiden. Stattdessen schlage ich vor, jede Abweichung als eine Chance für die Poesie wahrzunehmen.
Es kommt mir komisch vor, dass ich von einer "Abweichung" spreche, denn, ich bin nicht sicher, ob es überhaupt den "Standard" gibt. Im Sprachunterricht in Japan habe ich gelernt, dass das reinste Hochdeutsch in Hannover zu finden sei, und zwar auf einer Theaterbühne und nicht irgendwo auf der Straße. Aber es gibt keinen Menschen, der in einem Hannoveraner Theater geboren wurde und nie das Theatergebäude verlassen hat. Also gibt es keinen Menschen ohne Akzent, so wie es keinen Menschen ohne Falten im Gesicht gibt. Der Akzent ist das Gesicht der gesprochenen Sprache, und ihre Falten um die Augen und in der Stirn zeichnen jede Sekunde eine neue Landschaft ..."
(Ausschnitt aus dem literarischen Essay "Akzent-Freiheit")

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