Abi Charakterisierung Beispiel Essay

Hier findest du eine Anleitung, wie du beim Schreiben einer guten Charakterisierung vorgehen solltest. Diese musst du nur nach den genannten Punkten abarbeiten, um eine gute Charakterisierung  für den Deutschunterricht in der Schule zu verfassen.

Eine Charakterisierung wird sehr oft innerhalb von Analysen benötigt, beispielsweise bei der Szenenanalyse.

Auf dieser Seite findest du:

  1. Den Aufbau einer guten Charakterisierung
  2. Ein Beispiel für eine solche nach diesem Aufbau
  3. Wichtige Tipps und Tricks zur Charakterisierung

Wichtig beim Schreiben der Charakterisierung ist:

  • Eine Charakterisierung wird immer im Präsens (Gegenwartsform) geschrieben
  • Du darfst(außer am Schluss) nichts interpretieren und musst alle Aussagen richtig belegen:
    1. Direktes Zitieren: “ “ ( Seite X, Zeile Y) ; beispielsweise beim Aussehen
    2. Indirektes Zitieren: (vgl. Seite X, Zeile Y ) ; bsp. bei Charaktereigenschaften

 

Der Aufbau einer guten Charakterisierung


Der Aufbau einer guten, ausführlichen Charakterisierung für die Schule erfolgt hierbei in insgesamt 5 Schritten:

I. Einleitung:

  • Textart/Autor/Titel/Thema/Erscheinungsdatum des vorliegenden Textes/Buches, aus dem die Person charakterisiert werden soll, nennen
  • Die weitere Vorgehensweise kurz darstellen

II. Äußere Merkmale der Person (siehe auch Personenbeschreibung)

Hier beschreibst du zunächst nur die äußerlichen Merkmale der Person. Beispielsweise so, als ob du einem Profiler einen Verbrecher, den du gesehen hast, beschreiben solltest, damit dieser ein „Profilbild“ erstellen kann:

  • Name/Alter/Größe/Herkunft/Geschlecht
  • Aussehen/besondere Merkmale/ Haarfarbe/Augenfarbe/Narben
  • bestimmte Sprechweisen/“Ticks“

III. Äußere Situation der Person

Im zweiten Schritt gehst du nun gezielt auf die äußere Lebenssituation bzw. die Lebensumstände der Person ein:

  • Beruf/gesellschaftlicher Stand/Tätigkeiten/Hobbys
  • Familie/Freunde/Verwandschaft/Eltern/Geschwister
  • Beziehung zu anderen Personen erläutern/Verbündeter und Widersacher?
  • Äußere Konflikte der Person zu anderen Personen nennen ( siehe Widersacher)
  • Ist die Person bei anderen beliebt oder eher nicht? Bei wem? Wieso?

IV. Innere Situation der Person

Hier geht es nun nicht mehr um die verschiedenen äußeren Merkmale bzw. Lebensumstände, sondern nur um die inneren Dinge bzw. Ansichten und Verhaltensweisen der Person. Diese sind in 3 Hauptkategorien unterteilt (fettgedruckt):

  • Verhalten der Person:
  • Ziele/Motive/Ängste
  • Verhalten gegenüber anderen Personen/Schichten
  • Gibt es innere Konflikte?
  • Charaktereigenschaften der Person:
  • ehrgeizig – faul / sozial – asozial / egoistisch – großzügig / naiv – realistisch / friedlich – gewalttätig / ehrlich -hinterhältig? (siehe Charaktereigenschaften)
  • Selbstbestimmt oder fremdbestimmt? ( beispielsweise durch gesellschaftliche Normen ?)
  • auffallende Ansichten über bestimmte Personen/ Schichten?
  • Entwicklung der Person:
  • Wie hat sich der Charakter im Verlauf der Handlung entwickelt? Änderung der Ansichten oder Eigenschaften, hat sie Konflikt aufgegeben?
  • Ist sie reifer/erwachsener geworden?, war sie zunächst fremdbestimmt und ist nun selbstbestimmt geworden?
  • Wodurch kamen wohl diese Veränderungen zustande?

V. Schlussteil der Charakterisierung

  • Abschließend noch einmal in 2-3 Sätzen das grobe Gesamtbild der Person skizzieren
  • Noch einmal die wichtigsten inneren und äußeren Konflikte nennen
  • Ist die Person ein typischer oder untypischer Vertreter seiner Klasse zur damaligen Zeit? Begründe wieso bzw. wieso nicht
  • Deine eigene Meinung zur Person schreiben und diese begründen

 

Beispiele für die Charakterisierung:


Auf unserer Seite findest du in diesem Zusammenhang viele Beispiele für Charakterisierungen bekannter Romanfiguren im Deutschunterricht. Bei diesen wurden allerdings die Zeilenangaben durch eine Beschreibung der Ursachen ersetzt, da sich die Zeilenangaben in den verschiedenen Romanen bzw. Dramen je nach Version stark unterscheiden können.

Hier findest du ein Beispiel für eine Charakterisierung nach dem hier genannten Aufbau für die Person Woyzeck, aus dem gleichnamigen Drama, geschrieben von dem bekannten Autor Georg Büchner. Bei diesem Beispiel wird dabei jeder hier genannte Schritt vorher angegeben.

Wichtige Tipps für die Charakterisierung:

  • Drei verschiedene Textmarker benutzen

Wir empfehlen euch zu Beginn den entsprechenden Text durchzulesen und dabei jede Textstelle, die zu den hier aufgeführten Punkten II, III und IV passt jeweils in einer Farbe zu markieren.

Dabei könnt ihr die Handlung auch ruhig mehrmals lesen und bei jedem Durchlesen nur auf einen der genannten Punkte achten – so kommt ihr nicht so schnell durcheinander und geht ebenfalls sicher, dass ihre alle wichtigen Punkte anschließend nennt.

Anschließend müsst ihr nur alle zu jedem einzelnen Punkt markierte Textstellen nennen und beschreiben und schon habt ihr eine  eure Charakterisierung schnell und richtig fertig.

  • Hintergrundwissen über die jeweilige Epoche ist wichtig

Für viele Punkte in deiner Charakterisierung, beispielsweise der Bewertung, ob es sich bei der Person um einen „klassischen“ Vertreter seines Standes handelt oder aber auch um seine äußere Situation richtig beschreiben zu können, benötigst du Hintergrundwissen über die damalige Zeit bzw. die dazugehörige Literaturepoche.

  • Innere Konflikte spielen eine wichtige Rolle

Erfahrungsgemäß sind bei sehr vielen Personen, die vorzugsweise in der bekannten Schul-Literatur vorkommen, innere Konflikte vorhanden, die einen erheblichen Einfluss auf die gesamte Handlung bzw. das Verhalten der zu charakterisierenden Person haben. Schon vor der Klausur solltest du dir daher die zentralen inneren Konflikte genauer angucken, sehr oft geht es in diesem Zusammenhang um gesellschaftliche Ständekonflikte.

Der Abizeitungs-Steckbrief ist etwas, das kreativen Einsatz verlangt. Schreibt man einen Text über einen Mitschüler, der gleichzeitig ein guter Freund geworden ist, dann sollte der natürlich erinnerungswürdig werden. Doch wie geht man eine solche Charakteristik am besten an? Wir geben Dir Tipps und haben ein schönes Beispiel für einen gelungen Abizeitungs-Text.

Ich kann mich noch genau an meinen Abizeitungs-Bericht erinnern, den meine Freundinnen über mich verfasst haben. Auch heute noch, einige Jahre nach meinem Abitur, bringt mich der Abizeitungsartikel zum Lachen, weil er mein damaliges Ich perfekt beschreibt und zum Teil auch persifliert. Man muss ja auch über sich selber lachen können!

Dieser Abizeitungs-Steckbrief wird mir zumindest für immer in Erinnerung bleiben. Willst Du für einen Mitschüler einen ebenso schönen Text verfassen? Dann erfahre jetzt, was Du alles reinschreiben kannst.

Abizeitung: Steckbrief richtig verfassen

Um für die Abizeitung einen Text über einen Mitschüler zu verfassen, brauchst Du Dir eigentlich nicht den Kopf zu zerbrechen. Hangel Dich einfach an ein paar Infos entlang, die Du über Deinen Kumpel/ Deine Kumpeline in den vergangenen Schuljahren erfahren hast.

Folgende Fragestellungen kannst Du Dir zur Hilfe nehmen:

  • Wie habt Ihr Euch kennengelernt? Was war Dein erster Eindruck von ihm/ihr?
  • Was ist/war sein/ihr Lieblingsfach, was konnte er/sie dagegen so gar nicht leiden?
  • Welche weisen, extrem lustigen Sprüche (oder einzelne Wörter) hat er/sie über die Jahre abgelassen?
  • Welche erinnerungswürdigen, gemeinsamen Erlebnisse hattet Ihr in der Schulzeit, ob im Unterricht oder auf Partys?
  • Was macht ihn/sie noch besonders? Welche Charaktereigenschaften schätzt Du besonders?
  • Wie sieht seine/ihre Zukunft aus, was wünschst Du ihm/ihr?
  • Welche Grüße willst Du ihm abschließend hinterlassen?

Im Großen und Ganzen geht es bei einem solchen Abibericht also darum, allen Mitschülern, Lehrern und anderen Lesern der Abizeitung einen Eindruck der Persönlichkeit des Beschriebenen zu vermitteln. Vielleicht gestaltest Du auch noch eine Bilder-Collage, falls so viel Platz auf der Seite im Jahrbuch ist. Oder Du malst selber etwas, das Deinen Schulfreund an etwas erinnert. Vielleicht sammelst Du auch Statements und Erinnerungen von weiteren Mitschülern zu der Person ein. So gibt es einen bunten Mix an Meinungen und lustigen Geschichten.

Abizeitung-Text über Mitschüler: Beispiele für eine gute Charakteristik

Brauchst Du noch ein paar konkrete Ideen für einen gelungenen Abizeitungs-Steckbrief? Unsere Erdbeerlounge-Leserin „blumentopfengel“ hat sich die Mühe gemacht und zwei Charakteristiken für Mitschüler abgetippt. An diesen beiden Abibuch-Texten über ihre Freunde kannst Du Dir für Dein eigenes Werk ein Beispiel nehmen:

1. Abizeitung-Bericht über eine Mitschülerin und Freundin

Tatbestandabstraktionen, Situationskomik, Firlefanzerei.

Nicht nur durch diverse, geistreiche Kommentare, Weisheiten und Neologismen wie „Schlaumops” oder „das ist der Schweigefuchs” bereichert sie den unentspannten, stressigen, manchmal fast unerträglich scheinenden Alltag ihrer Mitschüler, sondern auch durch ihre aufgeschlossene, direkte und ehrliche Art, die von so vielen Menschen geschätzt wird. Sie bietet stets einen Platz, an dem man sich verstanden fühlt, man sich Rat holen oder aber ganz ausgelassen über diverse Abarten und Fehlbildungen erörtern kann.

Neben solch tiefsinnigen Momenten gibt’s jedoch auch unendlich viele weniger tiefsinnige, aber dafür umso lustigere Zeiten. Spontan kommen einem fehlinterpretierte Metaphern, falsch konjugierte Verbformen aus dem Italienischunterricht oder Sprichwortforschungen in den Kopf. Die Erkenntnis, dass „Ich verstehe nur Bahnhof“ NICHT aus dem alten Rom stammt, haben wir Saskia zu verdanken. Genau wie die Augenblicke, die einem zum Lachen, oder zumindest zum Schmunzeln bringen, wenn sie sich auch an den kleinen und vollkommen unwichtig scheinenden Dingen im Leben erfreut. Eine ihrer absoluten und unantastbaren Stärken sind ihre Fähigkeiten im Bereich der Mathematik – wohl eher nicht. Aber ganz ehrlich – wofür auch? Nie wieder wird sie jemand bitten, den Flächeninhalt zwischen zwei Flüssen zu berechnen, oder die stationäre Verteilung von Einkaufswagenbeständen in den Supermärkten A1, A2 und A3 zu bestimmen. Viel entscheidender sind meiner Meinung nach ihr Sprachtalent und ihre Fähigkeit, sich stilvoll und angemessen auszudrücken, was man nicht von allen Mitmenschen unserer Gesellschaft behaupten kann. All diese Eigenschaften machen sie zu dem, was sie ist: einem nicht wegzudenkendem Mitglied unserer Stufe.

Ein wahrer Freund ist jemand, der die Melodie Deines Herzens kennt und sie Dir vorsingt, wenn Du sie vergessen hast.

Ich bedanke mich an dieser Stelle für die wunderschönen Jahre, die wir miteinander verbracht haben und wünsche Dir alles Gute für die Zukunft.

2. Abizeitung-Bericht über einen Mitschüler

Timo. Was soll ich sagen… Viele würden ihn als „Eigenbrödler“, „Computerfreak“ oder „Außenseiter“ beschreiben. Das mag zwar durchaus zutreffend sein, aber es sind dennoch nur kleine Teile seiner wirklich liebenswerten Persönlichkeit. Aber ich fange wohl besser ganz vorne mit seiner Geschichte an.

Wenn ich ehrlich bin, sehe ich die ersten Jahre nur noch sehr verschwommen vor mir. Aber schon damals, in der fünften und sechsten Klasse, als wir ein paar mal als Sitznachbarn bei dem, von den Lehrern so geliebten „Jungs-neben-Mädchen-Sitzplan“ die Ehre hatten, verbrachten wir viele aberlustige Stunden miteinander. Schon damals hatte ich großen Respekt vor ihm und seinem enormen Wissensumfang. Als ich beispielsweise in Geschichte schon längst überfragt war – was bei meinem doch eher geringen Wissenslevel in meinem Lieblingsfach nicht lange dauerte – konnte er sich stundenlang mit den Lehrern über die kleinsten (und für mich wirklich total unwichtigen) Ereignisse in der Geschichte der Welt unterhalten. Aber nicht nur in Geschichte, sondern auch in all den anderen Fächern, die den Schulalltag der Fünft- und Sechstklässler prägten. So weit ich mich erinnern kann, gab es nie ein Fach, das ihm nicht lag. Das änderte sich auch nicht in den darauffolgenden Jahren. Immer war Timo der „Lehrer-Liebling“ (von Anna C. und mir auch leidenschaftlich gern „Fluntschi“ genannt). Im Nachhinein muss ich mir eingestehen – und ich denke, ich spreche da auch für Anna – war das wirklich sehr gemein von uns und vielleicht spielte dabei auch der Neid eine doch recht entscheidende Rolle bei unserer Wortwahl.

Im Laufe der Jahre entwickelte Timo ein breit gefächertes Interessenspektrum. Dieses reichte vom Schwimmen im DLRG-Team, über Handball, das Schlagzeugspielen, über sein allzeit geliebtes Hobby Informatik (/Computer-irgendwas) bis hin zu seiner Leidenschaft für den Schießsport.

Spontan kommen mir die witzigen, aber auch gleichzeitig aussichtslosen (zumindest für Saskia und mich) Situationen in den Sinn, in denen Timo uns „gerettet“ hat. Man muss dazu sagen, dass wir (Saskia und ich) wirklich über keinerlei Fachwissen im Bereich Informatik verfügen, was sich als erfolgreich in der neunten und zehnten Klasse herausstellte. Kaum stand mal wieder ein Projekt an, warfen wir Timo unseren bekannten „Wir-verstehen-das-nicht-bitte-hilf-uns“-Blick zu und Timo kam uns zur Hilfe. Er beschäftigte sich stundenlang mit unserem ausgesuchten Thema, erstellte uns Hilfsanleitungen (welche natürlich nicht ansatzweise ausreichend für uns Intelligenzbestien waren) und fertigte letztendlich jedes Mal unser gesamtes Projekt an.

Mittlerweile muss ich sagen, hat man sich leider auseinander gelebt, aber eins kann und möchte ich an dieser Stelle noch loswerden:

Timo ist eine der zuverlässigsten, ehrlichsten und hilfsbereitesten Personen, die ich kenne. Und auch, wenn ich vielleicht nicht all seine Ansichten nachvollziehen und alle seine Entscheidungen für die Zukunft gutheiße, wünsche ich ihm dennoch alles erdenklich Gute für seinen weiteren Weg – wohin er auch führen mag und bedanke mich für die vielen Jahre, in denen er mir ein guter Freund war.

Du siehst: Bei einem gelungenen Abizeitung-Steckbrief kommt es auf eine persönliche, humorvolle Note an. Hier geht es nicht um einen bierernsten Text, sondern um eine liebevolle Widmung, eine Art Laudatio auf einen Mitschüler und guten Freund. Lass Deiner Kreativität und Deinen lustigen Erinnerungen für Abitexte freien Lauf!

Bildquellen: stocksnap.io/Noah Hinton, Pexels/startupstockphotos.com, Pixabay/blickpixel

Ein Abizeitungsartikel über einen lieben Mitschüler zu verfassen, ist kein Hexenwerk!

Der Abizeitungs-Steckbrief für einen Mitschüler sollte nicht dahingeschludert werden! Schließlich liest er ihn ein Leben lang.

Seinen Text aus der Abizeitung liest man sich auch Jahre später noch gerne durch.


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